Ökostrom Schweiz warnt: Zubau erneuerbare Stromproduktion wird abnehmen

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Medienmitteilung

Ökostrom Schweiz warnt: Zubau erneuerbare Stromproduktion wird abnehmen

Im ersten Monitoringbericht (publiziert am 20.11., hier abrufbar) kommt das Bundesamt für Energie (BFE) zum Schluss, dass die Energiestrategie 2050 auf Kurs der Richtwerte bis 2020 ist. Dieser Schluss ist zumindest im Bereich Produktion äusserst trügerisch. Der Zubau stimmt zwar für die vergangenen Jahre, die Prognose berücksichtigt aber nicht den künftig reduzierten Zubau. Mittelfristig dürften deshalb die Zubauziele von erneuerbaren Energien und damit auch die Klimaschutzziele kaum erreicht werden.

Die vom Schweizer Volk im Mai 2017 angenommene Energiestrategie 2050 ist auf Kurs. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Energie BFE im ersten Monitoringbericht. Das BFE geht davon aus, dass die Entwicklung in gleichem Masse weiter geht wie bisher und die Kurven in den jeweiligen Grafiken einfach verlängert werden können. Das mag bis zum Jahr 2020 zutreffen. Mit den neuen zusätzlichen KEV-Projekten (diese Zahlen hat das BFE unlängst publiziert) wird dieser Zielpfad noch stimmen. Die Frage ist aber, was danach kommt. In Bezug auf die Produktionsanlagen ist diese Frage hoch aktuell. Der Zubau wird nach Auffassung der Genossenschaft Ökostrom Schweiz rasch abnehmen, sollte es nicht gelingen, eine Nachfolgelösung für die Ende 2022 auslaufende Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien zu finden.

Auch Klimaschutzleistung wird abnehmen

Viele erneuerbare Energieprojekte sind auch Klimaschutzprojekte. Ändern sich die Rahmenbedingungen nicht, wird das in der Schweiz vorhandene Potenzial nur sehr beschränkt genutzt. Ökostrom Schweiz sieht die Verantwortung bei der Politik und bei den Umweltorganisationen sowie in der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung.

Politik und Umweltorganisationen in der Verantwortung

Die Politik ist gleich in zweierlei Hinsicht gefordert. Erstens bedarf es verlässlicher und belastbarer Rahmenbedingungen für die Realisierung von Projekten im Bereich Erneuerbare Energie. Zweitens sollte das neue CO2-Gesetz so ausgestaltet werden, dass sich Klimaschutzprojekte und damit verbunden auch weitere erneuere Energietechnologien in der Schweiz wirtschaftlich nachhaltig umsetzen lassen und daher auch tatsächlich realisiert werden. Gleichzeitig sind die Kantone respektive die kantonalen Bewilligungsbehörden und die Umweltorganisationen gefordert. Sie haben die Energiestrategie vor einem Jahr mit grossem Engagement unterstützt. Nun sollten sie sich auch dafür einsetzen, dass sich Projekte realisieren lassen. Die vor einem Jahr abgegebenen Versprechen dürfen nicht wirkungslos verhallen.

Ökostrom Schweiz